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Liebe Kunden,

wir möchten euch einen interessanten Artikel vorstellen, den wir vor kurzem erhalten haben. Es geht um die Vorteile, die durch aktives Musikmachen entstehen. Viel Spaß damit!

Musik wirkt nachhaltig! Die Vorteile des aktiven Musikmachens sind wissenschaftlich belegt.

Für Prof. Dr. Renée Lampe vom Forscher-Team der TU München war es erstaunlich. Sie konnte es kaum glauben, wie die Kinder und Jugendlichen auf das aktive Musizieren reagiert haben. Immerhin bestand die Gruppe des musiktherapeutischen Projekts, das Dr. Lampe vor einiger Zeit ins Leben gerufen hat, aus Schwerstbehinderten. Zum Teil aus Menschen die, so die Forscherin, jegliche Motivation verloren hatten. „Einige waren so apathisch, nichts hat ihnen mehr Freude gemacht. Weder ein Film, noch Fußballgucken, noch ein leckeres Eis, nichts mehr.“ Sie und ihr Team – Varvara Turova, Ana Alves-Pinto und Tobias Blumenstein – haben das verändert. Eklatant und nachweisbar. Sie haben mit der Gruppe begonnen, Klavier zu spielen. Unterstützt von der Firma Casio durfte sich jeder Teilnehmer unter Anleitung an dem Tasteninstrument versuchen, mit dem Ziel einer gemeinsamen Aufführung. Um sehen zu können, welche Auswirkung das motorische Klaviertraining auf das Gehirn hat, wurde jeder Versuchsteilnehmer mit einer speziell entwickelten EEG-Kappe ausgestattet. „Damit konnten wir in Ist-Zeit die Aktivitäten im Gehirn, die in Zusammenhang mit der Motorik auftreten, ableiten“, berichtet die forschende Ärztin. Besonderes Interesse galt der Alpha-Aktivität. Sie beschreibe einen Grundrhythmus im Gehirn, den man an mehreren Arealen ableiten könne – und der auf einen „Zustand der Entspannung“ hinweise.

Das Ergebnis der Studie hat das Team geradezu elektrisiert. „Die Kinder und Jugendlichen waren begeistert, sie wollten gar nicht mehr aufhören zu proben und Musik zu machen. Höhepunkt dieses besonderen Musikprojekts war im Juli 2016 die Aufführung des geprobten Musikstücks. Die Süddeutsche Zeitung schrieb über das intime Konzert in dem Münchner Integrationszentrum der Stiftung ICP von „einem Wunder“.
Wunderdinge schreibt Prof. Dr. Lutz Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) dem Musikmachen nicht gerade zu. Als Diplom-Musiktherapeut und approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut neigt er nicht zu Übertreibungen. Doch auch seine sachliche, ganz auf wissenschaftlich belegbaren Erkenntnissen beruhende Einschätzung über das Musikmachen gibt Anlass zu Optimismus. „Man kann sehen, dass sich Nervenzellen bei Musikern anders vernetzen, als bei Nichtmusikern“, sagt Neugebauer. Hormone würden ausgeschüttet. Wohlfühl-Hormone, stressreduzierende Hormone. „Man kann sagen, dass das Musikmachen ganz erheblich das Wohlbefinden positiv beeinflusst und dass sich die Persönlichkeit – basierend auf Selbsterfahrung und Selbsterleben – zum Vorteil verändert.“
Diese positiven Eigenschaften des Musizierens machen sich seit vielen Jahren Medizin und Psychiatrie zu nutze. Die Musiktherapie ist eine eigenständige Heilmethode – mit einer überraschend langen Tradition. Bereits um das Jahr 800 herum erwähnte ein Arzt am Hofe des Kalifen Al-Ma Mün den therapeutischen Einsatz von Musik. Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft sieht die Musiktherapie als „praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin.“
„Sie greift bei allen Altersgruppen“, sagt Neugebauer. Bei frühgeborenen Kindern bis hin zu Menschen mit Altersdemenz sei Musik ein wirksames Mittel zur Linderung und Heilung. Lutz Neugebauer: „Bei allen Menschen, die mit sprachlichen Therapiezugängen nicht so gut zu erreichen sind, bietet die musiktherapeutische Betreuung gute Möglichkeiten.“

Musik wirkt auch bei gesunden Menschen. Kinder würden, so Lutz Neugebauer, ihre sozialen Fähigkeiten verbessern, sie würden lernen, sich besser zu konzentrieren und sich Methoden des selbstbestimmten Lernens aneignen.
Lothar R. Behounek, Direktor der Landesmusikakademie Hessen (LMAH) in Schloss Hallenburg, kann das nur unterstreichen. Für den Leiter der 2003 gegründeten Einrichtung bietet das Erlernen eines Instruments, das Musizieren – ob alleine oder gemeinsam mit anderen – eine Vielzahl an vorteilhaften Auswirkungen. Vor allem fördere sie: Emotionen. „Man lernt dabei die Fähigkeit, mit anderen zu arbeiten, auf andere zu hören“, sagt Behounek. Die Folge seien wünschenswerte Charaktertugenden wie Sensibilität, Offenheit und Grenzenlosigkeit. „Schlüsselqualifikationen, die unserer Gesellschaft und dem Zusammenleben gut tun.“ Kein Wunder, dass der Akademie-Leiter an die Politik appelliert: Musik und Kultur sollten einen höheren Stellenwert im Bewusstsein der Gesellschaft haben. Das Angebot an qualifiziertem Musikunterricht sollte schon bei der frühkindlichen Erziehung in den Kindertagesstätten beginnen – und später im Schulunterricht und den weiterführenden Instituten eine maßgebliche Rolle spielen. Er weiß natürlich: „Kulturelle Bildung funktioniert nicht zum Spartarif. Die Politik in Land, Kommune und Bund ist da maßgeblich gefordert!“ Wie hoch die Welt der Töne, Rhythmen und Melodien grundsätzlich bei der Bevölkerung im Kurs steht, zeigt sich – auch – an der Teilnehmerentwicklung der LMAH: Seit 2008 ist die Teilnehmerzahl kontinuierlich gestiegen. Bis 2015 kann man, seit Gründung im Jahr 2003, eine Steigerung von 128 Prozent verzeichnen. „Im Jahr 2016 konnten wir knapp 24.000 Besucher zählen, dazu kamen noch rund 3.000 Konzert- und Veranstaltungsbesucher“, sagt Behounek.

Was bedeutet das für euch? Schickt eure Kinder schnellstmöglich zum Musikunterricht! 🙂

Euer Musik-Rumberger-Team